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Steinabbau und Trinkwasser: Problematische Nachbarschaft

Von diesem Standort aus sind verschiedene Steinabbaugebiete im Raum Warstein/Kallenhardt zu erkennen.

 

Als das Lörmecke-Wasserwerk seinen Betrieb aufnahm, spielte der Abbau von Kalkstein in Kallenhardt, Warstein und Suttrop noch keine große Rolle: Steinbruchbetriebe waren klein, Abbauflächen von geringer Dimension, Abbautiefen noch weit vom Grundwasserstand entfernt.

 

Erst später erreichten die Steinbruchbetriebe Ausmaße, die problematisch werden konnten. Vereinzelt kam es in dieser Zeit zu Komplikationen: Wasserführende Klüfte wurden bei Sprengungen freigelegt, Steinbrüche mussten aufgrund von Wassereinbrüchen aufgegeben werden. In Warstein wurde durch den Steinabbau eine wasserführende Kluft unterbrochen: Die Schüttung der Hillenberg-Quelle I ging zurück, statt dessen trat das Wasser nun in großen Mengen im Steinbruch aus. Aus dieser künstlichen Quelle – der sogenannten Hillenberg-Quelle II – wird heute die Stadt Warstein mit Trinkwasser versorgt.

 

Die Warnungen der Hydrogeologen wurden lauter: Auf Dauer sei ein Nebeneinander von Trinkwassergewinnung und immer weiter (und tiefer) um sich greifendem Steinabbau nicht möglich.

 

Ausführliche geologische Untersuchungen sollen seit dem Ende des 20. Jahrhunderts dafür sorgen, dass der Steinabbau keine Gefährdung für die Trinkwasserversorgung von fast 100.000 Menschen darstellt.

 

Wenn aber der Steinabbau immer größere Flächen beansprucht, kann auf Dauer die Qualität des aus dem Grundwasser gewonnenen Trinkwassers in Mitleidenschaft gezogen werden. Und sollte tatsächlich ein großflächiger Steinabbau unterhalb des Grundwasserspiegels betrieben werden, ist auf Dauer ein Versiegen der Trinkwasserquellen und ein Ende der Wasserversorgung aus dem Warstein-Kallenhardter Massenkalk zu befürchten.


Steinabbau im Raum Warstein-Kallenhardt:
Links die vom Steinabbau betroffenen Flächen um 1955. Rechts die aktuelle Situation: Rot markiert sind aktive Steinbruchbereiche, Flächen, auf denen der Abbau mittlerweile eingestellt ist (bei denen der Steinbruch aber nicht rekultiviert/renaturiert worden ist) und Flächen, bei denen in den nächsten Jahren der Abbau ansteht.

 

 

Steinabbau im Wasserschutzgebiet

Im Warstein-Kallenhardter Raum findet Steinabbau in großem Maßstab im Trinkwasserschutzgebiet statt. Mit einer Ausnahme (dem Steinbruch „Kattensiepen“) liegen alle Steinbrüche in der Trinkwasserschutzzone IIIa.

Um negative Auswirkungen zu verhindern, ist der Abbau des Kalksteins mit verschiedenen Auflagen verbunden worden. So wurden in den 90er Jahren Gutachten erstellt, die untersucht haben, in welcher Tiefe Grundwasser im Kalkstein zu erwarten ist. Diese prognostizierten Grundwasserstände sind seitdem Grundlage für die Abbauplanung und Genehmigung. Grundsätzlich soll die Steinbruchsohle einen Abstand von zwei Metern zum Grundwasser einhalten.

 

Noch ist die Frage ungelöst, wie sich der Konflikt zwischen Steinabbau und Trinkwassernutzung in Zukunft entwickeln wird, ob man langfristig dem Schutz des Trinkwassers für fast 100.000 Menschen oder dem Abbau von Kalkstein den Vorzug geben wird.